Neubürger, Zugezogene und Hannjörche

Bildung & Kultur

Neubürger, Zugezogene und Hannjörche, 40 Personen, waren der Einladung zur gleichnamigen Entdeckungsreise durch Kleinheubach durch Altbürgermeister Kurt Schüßler (SPD) und Bürgermeisterkandidat Thomas Münig gefolgt.

Heydebah, oder Kleynenheydbach wie Kleinheubach früher hieß, wurde bereits um 877 n.Chr. urkundlich erwähnt, war allerdings bereits 1000 bis 1200 Jahre v. Chr. besiedelt. Zeugnis davon gibt u.a. eine Aschen - Urne aus der Urnenfelder Zeit, die im Heimatmuseum als Leihgabe des Fürstenhauses zu Leiningen zu besichtigen ist.

Kleinheubach lag und liegt verkehrsgünstig, von daher war der politische und wirtschaftliche Aufstieg vorgezeichnet. Obwohl der Ort in Zeiten der Plünderung durch die Kelten, der Pest und dem 30-jährigen Krieg ungefähr 100 Jahre schwach bevölkert war. Die letzte Hexe, Anna Maria Conrad, konnte sich, durch einen beherzten Sprung in den Main, nach Großheubach, und damit auf ein anderes Fürstengebiet retten. Nachfahren der Familie Conrad leben heute noch in Nordamerika in Lunenburg bei Halifax. Durch die Heckengärten gelangte man an die ehemalige Ortsmauer, die die obere Begrenzung des Ortes war. Abschluss war dann das obere Tor am Hirschplatz. Der 1886 erbaute Bahnhof lag einmal weit außerhalb des Ortes.

Auch die einst vielzähligen Gasthäuser belegen die Bedeutsamkeit des Wirtschaftsstandortes Kleinheubach. Wie viele Arbeitsplätze der Ort bis heute vorhält, erläuterte Bürgermeisterkandidat Münig mit fundiertem Fachwissen über die einzelnen Betriebe.

Synagoge, Mikwe als Judenbad und Judenschule geben Zeugnis von einer seit 1326 gewachsenen großen Bevölkerungszahl von Menschen jüdischen Glaubens. Einige kuriose Anekdoten, die sich zwischen der evangelischen und der katholischen Bevölkerung ereigneten, hörte man zum Abschluss der Zeitreise in der ev. Kirche „St. Martin“, die 1707 bis 1710 erbaut wurde. Mit dem Satz „Weißt du noch ... “, bereicherte so manche eindrucksvolle Geschichte von den Teilnehmer*innen den spannenden und vergnügten Nachmittag. Und auch beim anschließenden Kaffee wurde dann noch so manche lustige Begebenheit zum Besten gegeben sowie eine Wiederholung der Entdeckungsreise durch Kleinheubach angeregt.

 
 

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